"Boïko wird Regierungschef". Wie die gesamte bulgarische Presse hebt Dnevnik den Sofiaer Bürgermeister und Chef der Partei "Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens" (GERB) auf den Titel. Am 5. Juli gewann GERB mit mehr als 40 Prozent der Stimmen die Parlamentswahlen. Das Blatt erinnert daran, dass die Partei gemeinsam mit der Blauen Koalition – ihr potentieller konservativer Koalitionspartner – ausreichend Abgeordnete haben wird um eine "stabile Regierung" zu bilden. Der ehemalige Leibwächter Borrisov, der sich gerne als unverhoffter Glücksfall darstellt, hat versprochen die Korruption zu bekämpfen. Durch dieses bulgarische Leid hat das Land bereits Millionen europäischer Hilfsgelder verloren, die Brüssel bis auf weiteres einfror. Zahlreiche NGOs prangern unterdessen an, das die Wahl ein weiteres Mal von Betrugsfällen, vor allem des Stimmenkaufs, überschattet wurde.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.