„Ich sehe Schwierigkeiten auf uns zukommen.“ Auf seiner Eins zitiert The Independent den Gouverneur der britischen Notenbank, Mervyn King, der voll Schrecken auf den letzten Konjunkturbericht reagierte. Denn die britische Wirtschaft ist im letzten Quartal 2010 um ein halbes Prozent geschrumpft. Für Wirtschaftsexperten schürt diese „schockierende“, „katastrophale“ und „schreckliche“ Nachricht die Angst vor einer Double-Dip-Rezession und – laut King – einer Inflation, die bis 2012 fünf Prozent erreichen könnte. Zügig bestätigte Schatzkanzler George Osborne die Behauptung des nationalen Statistikamtes: Für den registrierten Leistungsrückgang sei vor allem das „furchtbare Wetter“ Ende 2010 verantwortlich. Mit folgender Erklärung lehnte Osborne einen Kurswechsel im Sparhaushalt ab. „Dann würde Großbritannien zurück in die Finanzkrise fallen.“ So als befinde sich das Vereinigte Königreich nicht inmitten derselben.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.