„Ein angespannter Anfang“ titelt Népszabadság am Tag nach der Rede Viktor Orbáns vor dem Europäischen Parlament. Angereist war der ungarische Regierungschef, um das Programm seiner EU-Ratspräsidentschaft der nächsten sechs Monate vorzustellen. Empfangen wurde er von EU-Abgeordneten der Grünen, die gegen das Mediengesetz protestierten. Laut der Tageszeitung erwiderte der „sichtlich verärgerte und angeschlagene“ Orbán, dass „man nicht ein ganzes Volk beleidigen kann“. Népszabadság schreibt: „Seine Gegner dürfen nicht die ‚ungarische Ratspräsidentschaft‘ und ‚Ungarn‘ verwechseln. Sonst wird darunter die EU leiden“. In Brüssel sei es wichtig, „die Führung so reibungslos wie möglich zu übernehmen. Die Regierung Orbáns ist dieser – alles in allem nicht besonders technischen, sondern in erster Linie protokollarischen – Aufgabe gewachsen.“ Aber ob es sich nun um den zügigen EU-Beitritt Kroatiens (einem „Projekt, welches Ungarn sehr am Herzen liegt“), oder die Aufnahme Rumäniens und Bulgariens in den Schengen-Raum handelt: für Népszabadság hängt alles vom Wohlwollen der großen Länder ab.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.