„Nächte in Arcore, die Presse gegen Berlusconi“, titelt der Corriere della Sera. Nachdem abgehörte Gespräche darauf hinwiesen, dass die damals minderjährige Nachtclubtänzerin Ruby sowie andere Mädchen im Haus des Ministerpräsidenten an erotischen Partys teilgenommen hatten, stellten Staatsanwälte einen Antrag auf Strafverfolgung Berlusconis und seiner Clique für „Ausbeutung mittels Prostitution“. Den Unterlagen zufolge hatte Ruby Geschlechtsverkehr mit Berlusconi – was beide vorher geleugnet hatten – und verlangte fünf Millionen Euro für ihr Schweigen über sein „puttanaio“ (Hurenhaus). Berlusconi brachte zu seiner Verteidigung vor, er sei in einer festen Beziehung mit „einer Freundin“ und stelle keinen Frauen mehr nach, doch die teilweise Aufhebung seiner Strafimmunität und ein Gerichtsverfahren könnten ihm weiter schaden. Während der traditionell eher lockere Corriere eine anhaltende Lähmung der Regierung befürchtet und zugibt, Italien riskiere, im Ausland zur „Karikatur eines westlichen Landes“ zu werden, triumphiert die gegen Berlusconi eingestellte Repubblica und ist sicher, dies sei die „Endstation“ für Il Cavaliere.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.