2011 wird „das Schicksalsjahr für den Euro“, titelt die Frankfurter Allgemeine. Für sie wäre schon viel gewonnen, wenn das Jahr so aufhörte wie es begann, heißt, mit der Verbreitung eines gewissen Optimismus, wenigstens in Estland, wo gerade die Einheitswährung eingeführt wurde. Europa brauche jetzt Vertrauen, meint die Tageszeitung: zwischen stärkeren und schwächeren Ländern der Eurozone, vor allem aber zwischen der EU und ihrem neuen Ratsvorsitzenden Ungarn. „Die EU ist mit ihrer parteipolitisch taktierenden Kritik an der rechtskonservativen Regierung Ungarns in der Gefahr, strategisch, also auf lange Sicht sich wie die Katze in den Schwanz zu beißen.“ In den nächsten sechs Monaten, die für das Fortbestehen des Euro entscheidend seien, dürfe der ungarische Ratsvorsitz nicht ständig auf die Selbstverteidigung zurückgeworfen werden.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.