„Belgien ist überhaupt nicht krank“, versichert Herman Van Rompuy auf dem Titelblatt von Le Soir. Sechs Monate sind seit den Parlamentswahlen vergangen und noch immer ist
keine Regierungskoalition in Sicht. Nach Wochen des „Verhandelns, der Spannungen und Entmutigungen“ rät die Brüssler Tageszeitung: Her mit dem „Rompuy-Style“. Im Gegensatz zu den anderen belgischen Spitzenpolitikern sage der EU-Ratspräsident „wenig, aber die Wahrheit“. Er sei „einer der Trümpfe, die zur erfolgreichen belgischen EU-Ratspräsidentschaft geführt haben.“ „Die politische Krise in Belgien kennt einen Gewinner: Europa!“, schreibt Le Soir: Die von der aktuellen Pattsituation gelähmte scheidende Regierung von Yves Leterme habe sich demnach ganz den europäischen Dossiers widmen können und „in sechs Monaten Beachtliches geleistet.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.