„Russland will die Integration mit der EU“, schreibt die Rzeczpospolita zum am Vortag in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Gastbeitrag Wladimir Putins. Der russische Regierungschef beschreibt dort seine ehrgeizige Vision einer „harmonischen Wirtschaftsgemeinschaft von Lissabon bis Wladiwostok" und stellt eine Freihandelszone und engere Wirtschaftsbünde zwischen er EU und Russland in Aussicht. Dafür müssen nach Putins Auffassung mehrere Bedingungen vereint sein: Zunächst einmal muss Russland in die WTO [Welthandelsorganisation] aufgenommen werden; dann müssen die Visabedingungen zwischen der EU und Russland komplett überarbeitet werden und eine weitläufige Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und der Energie eingeführt werden. „Dieser Plan zeugt von einer Wende in Putins Denkweise", bemerkt ein Experte der Bertelsmann-Stiftung in der Zeitung, dem zufolge Putin eher daran läge, sich wirtschaftlich dem Fernen Osten und dem ehemaligen sowjetischen Raum anzunähern. Ein Mitglied des Finnischen Instituts für Internationale Angelegenheiten schwächt die Begeisterung ab, indem er argumentiert, dass Putin hoffe, die EU würde ihre Gesetzgebung im Namen der Kooperation mit Russland anpassen, was allerdings höchst unrealistisch sei, selbst wenn dies „ein ermunterndes Zeichen ist. Zum ersten Mal befasst sich Russland ernsthaft mit der EU als Einheit.“
EU-Russland
Putin plädiert für eine Freihandelszone
26. November 2010
Presseurop
Rzeczpospolita
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