„Wo finden wir 14.300.000.000 Euro?“ fragt Ta Nea auf der Titelseite, nachdem die Regierung am Vortag den Haushalt für 2011 vorlegte. Die Exekutive will nicht nur „das Haushaltsdefizit im Vergleich zu 2010 um fünf Milliarden Euro verringern und somit auf 17 Milliarden Euro [7,5 Prozent des BIP] herunterbringen“, bemerkt die griechische Tageszeitung, sondern auch 14 Milliarden Euro an Staatsausgaben einsparen. Diese „neuen Sparmaßnahmen dürften die Troika (Europäische Kommission, EZB, IWF) beruhigen, die immer noch in Athen vertreten ist“ und dort die Umsetzung des Sparplans beurteilt. „Sie dürfte sogar beeindruckt sein“, heißt es in Ta Nea weiter, „da IWF und EU nur 8,2 Milliarden Euro verlangten“. „Leidtragende werden die öffentlichen Unternehmen sein, denn 10.000 Angestellte werden ihren Arbeitsplatz verlieren“, erklärt die Zeitung und fügt hinzu, dass „eine Anhebung der Mehrwertsteuer für bestimmte Produkte von 11 auf 13 Prozent sowie ein weitläufiges Privatisierungsprogramm vorgesehen sind“.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.