Der 21. Jahrestag der Samtenen Revolution war für 2000 Menschen in Prag die Gelegenheit, gegen die "schändliche Ehe" der Koalition von Konservativen der ODS mit den Sozialdemokraten ČSSD in der tschechischen Hauptstadt zu demonstrieren, schreibt Mladá Fronta DNES. Für die Tageszeitung stellt das Abkommen "Betrug am Wähler" dar. Diese hätten bei den vergangenen Kommunalwahlen vom Oktober deutlich zu verstehen gegeben, dass sie den in etliche Skandale verstrickten ODS-Bürgermeister der Landeshauptstadt nicht an der Macht wollten, genauso wenig wie die ČSSD. Obwohl an beiden Extremen des politischen Spektrums hätten sich die Parteien zusammengerauft, um den Wahlsieger TOP09 (Mitte-rechts) auszubremsen. "Einmal mehr versagt die Politik und zeigt auf, dass Posten und Geld wichtiger sind als der Wille des Volkes", bedauert MF DNES. Lidové noviny ihrerseits listet die Koalitionen von ODS und ČSSD in anderen großen Städten auf und rechnet schon in Kürze mit "neuen Prager Fensterstürzen."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.