„Die Bunga-Bunga-Regierung", titelt Il Fatto Quotidiano. Am 26. Oktober brachte das italienische Boulevardblatt „Rubys“ Geschichte: einer 17-jährigen Marokkanerin, die im Mai in Mailand wegen Diebstahl verhaftet worden war, aber gleich nach einem Anruf von Seiten Silvio Berlusconis freigelassen wurde. Berlusconi behauptete, sie sei die Nichte des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Sehr zur Freude der Berlusconi-Gegner wie der Repubblica, reitet sich der Calvaliere immer tiefer in einen weiteren Sexskandal je mehr schlüpfrige Details zum Vorschein kommen. Ruby (die keineswegs mit Mubarak verwandt ist) erzählte der Staatsanwaltschaft, sie sei eine Bekannte des Ministerpräsidenten, der sie zu einer „Bunga Bunga" (ein erotisches Ritual, das durch Libyens Muammar Gaddafi bekannt wurde) in seine Villa einlud und ihr Geld und teure Geschenke gab. Berlusconi steht schon unter Druck wegen interner Machtkämpfe der Koalition über einen Gesetzesentwurf, der ihm Immunität zusprechen würde. Er leugnete nicht, das Mädchen zu kennen, das Berichten zufolge vor Monaten von zu Hause geflohen ist: „Ich bin ein herzensguter Mensch und helfe immer, wenn jemand in Schwierigkeiten ist,“ kommentierte er.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.