"Die Demonstration", titelt Libération nach dem vierten Tag, an dem in Frankreich gegen die Rentenreform mobil gemacht wird. Nach Schätzungen der Polizei haben 1.230.000, laut Gewerkschaften 3,5 Millionen Menschen demonstriert. Darunter viele Gymnasiasten und Studenten. In einigen Sektoren wird der Streik fortgesetzt. Beispielsweise im Hafen von Marseille, der sechs große Ölraffinerien im Süden des Landes beliefert. Auch "werden die Streiks über einen längeren Zeitraum geführt“, fügt Libération hinzu. "Und obwohl sie in der Minderzahl sind, behaupten die entschlossensten Gewerkschaftler von ihrer Protestbewegung, dass sie die Mehrheit vertritt. Ihre Vorgehensweise: Sie versuchen die öffentlichen Verkehrsmittel und die Kraftstoffverteilung zu blockieren. Diese Art des Streiks per procura erblickte bereits 1995 das Licht der Welt, als Juppé das Rentensystem reformieren wollte." Trotz der geplanten weiteren Demonstrationen hat die Regierung bekanntgegeben, dass sie vor der Erhöhung des Rentenalters auf 62 Jahre keinen Schritt zurückweicht.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.