"Europa liebt das Feilschen um die wichtigen Posten, denn dies ist zugleich ein Schauspiel fürs Volk und ein Sport ohne Blutvergießen für die Politiker", schreibt Paweł Świeboda, Direktor des Zentrums für europäische Strategie demosEuropa, in der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Es bedurfte somit mehrerer Wochen, wenn nicht Monate, eifriger Verhandlungen in den Kulissen, bis José Manuel Barroso letztendlich seine zweite Amtszeit am Steuer der EU-Kommission durchboxte. "Es ist pure Ironie, dass das EU-Verfassungsprojekt abgelehnt wurde und diese alles andere als transparenten Verfahren jetzt weiter bestehen können", klagt Świeboda. Doch das augenscheinliche Chaos bei der Nominierung der führenden EU-Köpfe verschleiert die Tatsache, dass ein intensiver Kampf um die Seele der EU tobt. Er wird entweder darin enden, dass die großen Länder die Union auseinanderreißen, oder darin, dass die EU-Institutionen gestärkt daraus hervorgehen.
Europäische Union
Der Kampf um Europas Seele
23. Juni 2009
Presseurop
Gazeta Wyborcza
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.