"Er hat gewonnen, aber er hat verloren". So lautet die Überschrift des Leitartikels von La Stampa, der mit der Aussage "Es gibt Vertrauen, aber wir denken an die Wahlen" das Paradox der Abstimmung resümiert, durch welche die Abgeordnetenkammer Silvio Berlusconi ihr Vertrauen ausgesprochen hat. Der Regierungschef benötigte dazu die Stimmen der 32 "rebellischen" Abgeordneten unter der Leitung seines einstigen Verbündeten, des Parlamentsvorsitzenden Gianfranco Fini. "Toller Scheißgeburtstag", kommentierte spontan Berlusconi, der gestern 74 wurde und nun mit Fini verhandeln muss, was unweigerlich zu Spannungen mit seinem anderen Verbündeten, der Lega Nord, führen wird. Deshalb wird, wie die Stampa anmerkt, "die schwere Erschütterung von gestern nicht die erste und auch nicht die letzte eines Erdbebens sein, das das Land noch lange ins Schwanken bringt".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.