"Brüssel will nachlässigen Ländern Bußgeld auferlegen", so die Schlagzeile im Wirtschaftsteil des Figaro. Das Blatt berichtet vom "Antidefizit-Arsenal", das am 29. September in Brüssel vorgestellt wurde. Die Kommission plant unter anderem, dass Euro-Länder, die die Richtlinien des Wirtschafts- und Stabilitätspakts nicht einhalten, eine Sicherheitsleistung von 0,2 Prozent ihres BIPs hinterlegen müssen. Sollte das Land den EU-Vorgaben weiterhin nicht nachkommen, kann dieses Pfand in ein Bußgeld umgewandelt und einbehalten werden. Dennoch sollen Sanktionen nicht automatisch verhängt werden, führt das Blatt fort, sondern, "ein Verfahren kann mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit [der Finanzminister] innerhalb von zehn Tagen blockiert werden." Die Siebenundzwanzig müssen die Kommissionsvorschläge noch absegnen. Wenn man sich auch in den Grundsätzen einig sei, so unterscheiden sich ihre Positionen hinsichtlich des Vetorechts. Paris plädiere für eine einfache Mehrheit, die leichter zu bekommen sei, während Berlin "bereit ist, über die Kommissionsvorschläge hinaus zu gehen."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.