El Mundo, 28. September 2010
"Korruptionslaufsteg", titelt El Mundo einen Tag nach Beginn des größten Korruptionsprozesses in der spanischen Geschichte. 95 Angeklagte stehen im sogenannten "Malaya-Fall" vor Gericht, darunter zwei Ex-Bürgermeister und fünfzehn ehemalige Stadträte von Marbella. Für ihre Stimmen im Stadtrat hätten sie über drei Jahre hinweg 670 Millionen Euro an Bestechungsgeldern kassiert. Im Zentrum der Verhandlung steht Juan Antonio Roca, Spitzname in Marbella "Mr. Big". Dokumente beweisen, dass Roca über 30 Millionen Euro von Baufirmen für das Zubetonieren der einstmals so schönen Landschaft kassiert hat. Der Prozess könnte ein Jahr dauern. Den Angeklagten drohen Haftstrafen zwischen zehn und fünfunddreißig Jahren.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.