Hospodářské noviny, 17. September 2010
"ODS [die tschechische Bürgerpartei] verkauft Mitglieder für Millionen“ lautet die Schlagzeile auf der Titelseite von Hospodářské noviny. Nach dem Beschluss der tschechischen Regierung, die Subventionen an Parteien um 5 Prozent zu senken, suchen letztere neue Finanzierungsquellen. Die regierende konservative Bürgerpartei ODS hat deshalb begonnen, persönliche Daten ihrer 32.000 Mitglieder an Telemarketing-Unternehmen zu verkaufen, erklärt das Wirtschaftsblatt und präzisiert, dass die Partei pro Mitglied zwischen 10 und 15 Kronen (40 und 60 Cent) kassiere. Die nicht im Parlament sitzenden Grünen haben ihrerseits beschlossen, Spenden an die Partei via Internet zu erleichtern, notiert HN.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.