The Economist, 10. September 2010
"Der unglaublich schrumpfende Präsident", titelt The Economist. Für die Londoner Wochenzeitung war Nicolas Sarkozy einmal Napoleon hoch zu Ross, doch heute besteht er nur noch aus einem Paar Stiefel und einem Zweispitz im Schatten seiner attraktiven Gattin. Was ist da schief gegangen? 2007 wagte es Sarkozy "den Franzosen zu sagen, was sie nicht hören wollten: dass sie mehr arbeiten, mehr Risiken eingehen, mehr ethnische Minderheiten fördern [und] netter zu Amerika sein sollten". Doch jetzt, während Millionen Franzosen gegen seine "zaghafte" Rentenreform demonstrieren, "wirkt Sarkozy wie ein Schatten des in Wirtschaftsbelangen einst so reformfreudigen Anführers und wie eine Karikatur des taffen Leaders in sozialen Angelegenheiten".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.