Libération, 6. September 2010
Renten, Finanz- und Politskandale, Roma... wie vorgesehen wird es nach der Ferienzeit heiß für die französische Regierung. Für Libération hat Frankreich einen "Fieberanfall", so die Schlagzeile auf dem Titelblatt. "Eine seltsame soziale Bewegung", schreibt die Tageszeitung. "Kaum sind die Franzosen aus dem Urlaub zurück, wird zum Streik am 7. September gegen die Rentenreform und gegen einen Minister Eric Woerth, der in der Bettencourt-Affäre im Verdacht des Interessenkonflikts steht aufgerufen, der am seidenen Faden hängt. Das alles in einem Klima allgemeinen Misstrauens." Am Samstag, dem 4. September demonstrierten bereits Tausende Menschen gegen die "fremdenfeindliche" Politik der Regierung, insbesondere gegenüber den Roma.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.