Muammar al-Gaddafi ist zurück nach Rom für eine neue „Show“, titelt Unità. Zusätzlich zu seiner gewöhnlichen Zeremonie – zu der die "Amazonen" seiner Leibgarde, sowie ein Beduinenzelt im Garten der libyschen Botschaft gehören – hat das libysche Staatsoberhaupt eine Rede über den Islam gehalten. Von seinen 500 jungen weiblichen Zuhörerinnen, die von einer Agentur angeheuert wurden und jeweils 70 Euro erhielten, traten drei bei diesem Anlass zum Islam über. Auch erklärte er, dass "der Islam zur Religion ganz Europas werden müsste". Damit zog er nicht nur die Kritik der katholischen Regierungsmitglieder auf sich, sondern brachte auch seinen Verbündeten Silvio Berlusconi in Verlegenheit. Dieser bezeichnete seine Äußerungen als "Folklore". Sein Besuch hatte vor allem einen Grund: Die Geburtstagsfeier des "Banghazi-Abkommens", in welchem Italien und Libyen ihre kolonialen Streitigkeiten beilegten und Italien sich verpflichtete, Libyen finanziell für die italienische Besetzung zu entschädigen. Im Gegenzug dafür verpflichtete sich Tripolis zum einen gegen die Einwanderer vorzugehen, die aus dem eigenen Land per Schiff nach Italien gelangen und zum anderen, Kapital in mehrere italienische Unternehmen zu investieren. Damit "erlebt die italienische Außenpolitik ein Merkantilismus-Revival", urteilt die linksorientierte Tageszeitung.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.