Großbritanniens Spesenskandal scheint kein Ende mehr zu nehmen. "Die Abgeordneten veröffentlichten gestern ihre Abrechnungsforderungen, die allerdings in weiten Teilen zensiert waren", berichtet der Independent. Nichtsdestotrotz kam ans Tageslicht, dass der ehemalige Premierminister Tony Blair 6.990 Pfund für Dacharbeiten anforderte. In Folge von Gordon Browns jüngster Kabinettsumbildung tauchten Details über den neuen Medien- und Kulturminister Ben Bradshaw auf, der 20 Pfund für einen Techniker beanspruchte, der ein Kabel an seinen Fernseher anschloss. Der neue Verteidigungsminister Bob Ainsworth seinerseits bat um die Erstattung eines Anstrichs seines Gartentors im Jahre 2004. Andere Abgeordnete wollten 48 Pence für eine Briefmarke oder ein Pfund für einen vom Handy getätigten Anruf. Der gesamte Inhalt der vollgeschrieben Akte mit über 5.500 Dateien wurden auf die Website des britischen Parlaments gestellt, sieben Wochen nachdem der Daily Telegraph mit den ersten Enthüllungen herauskam. "Kein Wunder, dass man uns im Dunklen tappen lassen will", schließt der Independent.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.