Il Riformista, 18. August 2010
"Er ist von seinem Amt zurückgetreten", stichelt Il Riformista am Tag nach dem Tod des 82-jährigen Senators auf Lebenszeit und ehemaligem Staatspräsidenten (1985-1992) Francesco Cossiga. Der im Italien der Nachkriegszeit eine zentrale Rolle spielende Cossiga war Innenminister, als Aldo Moro von den Roten Brigaden entführt wurde, und gilt als eine der umstrittensten Figuren. Der NATO zugewandt, war er ebenfalls Mitglied der anti-kommunistischen Organisation Stay behind. Er war mit Margaret Thatcher befreundet und befürwortete repressive Maßnahmen gegen Sudentenbewegungen. Die Schläge, die er seiner ehemaligen Partei Christliche Demokratie, sowie der "ersten Republik" versetzte, brachten ihm den Beinamen "Spitzhacke" ein.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.