Auf der Titelseite der Frankfurter Rundschau posiert der deutsche Adler in vollem Federkleid à la Superman. So illustriert die Zeitung den sensationellen Aufschwung der deutschen Wirtschaft mit 2,2 Prozent Wachstum im zweiten Trimester. Bei dieser seit 20 Jahren unerreichten Zahl handelt es sich dennoch "um alles andere als ein Wunder", warnt die Zeitung, denn der "Superstar" der europäischen Wirtschaft wird nicht lange auf seinem Thron bleiben, da er "gedopt " ist. "Angela Keynes", wie die Tageszeitung die deutsche Kanzlerin nennt, habe nämlich die Wirtschaft ihres Landes im Winter 2008/2009 mit Staatsgeldern gestützt. Auch das effiziente Zusammenspiel von Arbeitgebern und Gewerkschaften in Deutschland habe dazu beigetragen, beurteilt die FR. Merkel dürfe "[dem britischen Wirtschaftsexperten John Maynard] Keynes für die Theorie, den Amerikanern und Chinesen für deren exzessive Anwendung danken": die Zunahme der deutschen Exporte sei der Nachfrage in den USA und den Schwellenländern zu verdanken. Deshalb "ziehen die Deutschen die Tschechen " wie ganz Europa mit sich, behauptet ihrerseits die Prager Tageszeitung Hospodářské noviny, die allerdings ebenso glaubt, dass "das nicht lange andauern wird".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.