"Der slowakische Aufstand", titelt die Lidové noviny am Tag nachdem das Parlament in Bratislava es abgelehnt hat, die slowakische Beteiligung (816 Millionen Euro) am 110 Milliarden-Euro-Darlehen für Griechenland als rechtgültig zu erklären. Dieses hatten die EU und der IWF mit Griechenland ausgehandelt, damit es seinen Schuldenberg in den Griff bekommt. Die Slowakei – die dafür von der Financial Times Deutschland als "Punk Europas" bezeichnet wird – ist das einzige Land der EU, das einen solchen Rückwärtsgang eingelegt hat. Die aus dem Amt scheidende Regierung hatte sich eigentlich mit dem Abkommen einverstanden erklärt. Die slowakische Öffentlichkeit hingegen ist eher auf der Seite ihrer Abgeordneten: "Ab dem Moment, in dem ein Land, in dem man durchschnittlich 308 Euro im Monat verdient, einem anderen Geld leihen muss, in dem der Mindestlohn 863 Euro beträgt, sind die grundsätzlichen Bedingungen dafür, dass man sich solidarisch verhalten sollte, einfach nicht erfüllt."
Slowakei
Keinen Cent für die Griechen
12. August 2010
Presseurop
Lidové noviny
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.