Jürgen Habermas, der einzige noch lebende deutsche Philosoph von Weltruhm feiert an diesem 18. Juni seinen 80. Geburtstag – und die Presse gratuliert. Er ist "der in den Seminaren der Welt meistgelesene Repräsentant der Generation des Wissenschaftswunders" nach 1945, bemerkt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die ein Photo des jungen Habermas im Jahr 1968 auf ihren Titel druckt. Man müsse an diese Lage erinnern, "um die Leistung einer Generation begreiflich zu machen, deren berühmtester Exponent heute achtzig Jahre alt wird". "Von fast jeder Idee und von ihrem Gegensatz gab es NS-Aneignungen. Anders formuliert: Von fast keinem Gedanken war gewiss, ob er nicht soeben furchtbar versagt hatte." Der Autor der "Theorie des kommunikativen Handelns", der die junge Bundesrepublik begleitete und nicht ruht "das beklagenswerte diskursive Niveau öffentlicher Auseinandersetzungen zu verbessern" sagt dabei von sich selbst: "Ich verspüre keine große Neigung, Gegenstand einer nostalgischen Veranstaltung zu sein".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.