Handelsblatt, 13. Juli 2010
Das ist "ein unmoralisches Angebot", empört sich das Handelsblatt auf der Eins. Der russische Gasriese Gazprom, so erklärt das Wirtschaftsblatt, wolle die deutsche RWE dazu bringen, in sein Pipeline-Projekt South Stream einzusteigen. RWE ist aber ein Nabucco-Partner, dem Konkurrenzprojekt um Gas aus der kaspischen Region nach Europa zu bringen. Das Unternehmen spricht von einem "unsittlichen Angebot", prüft die Offerte aber trotz allem. Das Handelsblatt bemerkt, dass ein Ausstieg RWEs Nabucco den Todesstoß versetzen könnte, und dass Gazprom sich auf seinen Lobbyisten, Gerhard Schröder stützt, ehemaliger deutscher Kanzler und guter Freund von RWE-Chef Jürgen Großmann.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.