Tages-Anzeiger, 13. Juli 2010
"Polanski kann Schweiz als freier Mann verlassen", titelt der Tages-Anzeiger nach der Freilassung des Regisseurs. Der im September 2009 festgenommene Roman Polanski wird nicht an die USA ausgeliefert, wo ihm wegen einer sexuellen Beziehung zu einer 13-Jährigen im Jahr 1977 Gefängnis droht. Die Zürcher Zeitung spricht von einem "juristisch wackeligen Urteil". Aber: "Vielleicht kommt diese neue Praxis in Zukunft auch Inhaftierten zugute, die eine weniger gute internationale Lobby haben", meint das Blatt. Auf der Eins spekuliert der Tages-Anzeiger, wo Polanski wohl als nächstes festgenommen werde, USA oder Großbritannien. Das Orakel spricht ein sich in Rente wünschender Oktopus Paul, dem es "langsam reicht".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.