Fragt man die Österreicher nach ihren Werten, so erklärt fast die Hälfte von ihnen, dass sie mit ihrem politischen System unzufrieden sind. Ein Fünftel wünscht sich einen starken Führer, der das Land leitet ohne sich Sorgen um ein Parlament oder Wahlen machen zu müssen. Sechs Prozent wollen gar eine Militärdiktatur! Außerdem wird Fremdenfeindlichkeit zunehmend zum Normalfall: Die Hälfte der Bevölkerung würde die Ausländer gerne nach Hause schicken, wenn die Arbeitsplätze knapp werden. "Wohin driftet Österreich", fragt Profil in Folge der Veröffentlichung einer Studie der Forscher Christian Friesl, Ursula Hamachers-Zuber und Regina Polak. Das Wochenmagazin erinnert daran wie "eine Welle der Empörung durch das Land (ging), als eine Studie vor einigen Monaten aufdeckte, dass ein Fünftel der Islamlehrer nicht viel von der Demokratie hält. Im Zweifel ziehe man den Koran der Verfassung vor." Nach der Einrichtung von Kontrollen dieser Lehrer habe man geglaubt, "die Gefahr war abgewendet. Sie kam eindeutig von außen. Auf die Idee, zu fragen, wie es die Einheimischen mit der Demokratie halten, kam damals niemand." Hier ist die Antwort.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.