Das Gleis läuft heiß
"Ein halbes Jahr nach der Konkurrenzöffnung in Europa eskaliert der Bahnkampf." So resümiert Le Monde die Tatsache, dass sich die drei Hauptfirmen – die französische SNCF, die italienische Trenitalia und die Deutschen Bahn (DB) – seit Anfang 2010, als "die Liberalisierung des Eisenbahnmarktes zur juristischen Wirklichkeit wurde", überhaupt nicht mehr einig sind. Jede hat sich mit dem Hauptkonkurrenten der anderen liiert und alle werfen sich gegenseitig protektionistisches Verhalten vor. So hat sich etwa die SNCF an der Firma NTV, Trenitalias Hauptkonkurrenten, zur Schaffung eines Hochgeschwindigkeitsnetzes beteiligt, welches nächstes Jahr neun italienische Städte anfahren soll. Trenitalia hingegen eröffnet Ende 2011 die erste private Hochgeschwindigkeitsverbindung Mailand-Turin-Paris – zusammen mit Veolia Transport, dem großen Rivalen der SNCF. Zwischen Deutschen und Franzosen sieht es nicht besser aus: "SNCF und DB vertraten früher ein bestimmtes Modell des öffentlichen Dienstleisters, im Gegensatz zur Liberalisierungslogik im britischen Stil, doch heute häufen sich ihre Interessenkonflikte", erklärt die Pariser Tageszeitung. Die Spannungen sind um so größer, da sich die deutsche Bahngesellschaft dem britisch-französischen Konsortium Eurostar entgegenstellen will, indem sie "in Aussicht der Olympischen Spiele von 2012 eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung nach London eröffnet".
Das Spiel dauert nun schon seit zwei Jahren: Athen gibt vor, den Forderungen seiner Gläubiger und Partner zu entsprechen, und seine Gläubiger und Partner geben vor, den griechischen Beteuerungen Glauben zu schenken. Angesichts des drohenden Staatsbankrotts sollte diesem Bluff endlich ein Ende gesetzt werden.
Die Stärkung nationaler Werte steht im Zentrum des politischen Projekts des ungarischen Ministerpräsidenten. Seit Anfang des Jahres stellt sich diese Ambition auf der Budaer Burg aus: Fünfzehn Auftragsbilder werden gezeigt
Seit die Portugiesen dem strikten Regime von IWF, EU und EZB unterliegen, kaufen sie anders ein. Die Krise treibt zum Sparen an, aber macht auch kreativ.