Die Presse, 18. Juni 2010
Hans Dichand, Österreichs einflussreichster Journalist, für manch einen gar mächtiger als der Kanzler, ist am 17. Juni im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Medienzar leitete seit 1959 die Kronen Zeitung. Das von 40 Prozent der Österreicher gelesene Massenblatt war seine furchterregende politische Waffe. Die Presse zollt seiner verlegerischen und unternehmerischen Lebensleistung Respekt, erinnert aber auch daran, dass sein Erbe ambivalent bleibt. Dichand setzte seine Zeitung gezielt und unverhohlen rechtspopulistisch ein und gilt daher als publizistischer Wegbereiter Jörg Haiders.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.