Noch vor seiner Veröffentlichung am 15. Juni enthüllt der Guardian bereits, dass der lang erwartete Bericht über das Blutbad vom "Blutigen Sonntag" (engl. Bloody Sunday) von 1972 in Nordirland zu dem Schluss kommt, dass "etliche der tödlichen Schüsse, die britische Soldaten auf Zivilpersonen abgaben, widerrechtlich waren". Dreizehn unbewaffnete Nationalisten wurden bei einer Demonstration für Bürgerrechte in Derry erschossen, doch die unmittelbar nach den Ereignissen durchgeführte Untersuchung ergab, dass die Soldaten in Notwehr gehandelt hatten. Die Schlussfolgerungen der neuesten, 1998 eröffneten Untersuchung – der längsten der britischen Rechtsgeschichte – befinden nun, dass die Überlebenden unter den an diesem Tag Angeschossenen sowie die Familien der Verstorbenen heute die Strafverfolgung der britischen Soldaten verlangen könnten, ein Szenario, das ein unionistischer Abgeordneter als eine "entsicherte Handgranate" bezeichnete. Der "Bloody Sunday" ist in Irland ein extrem gefühlsgeladenes Thema und "elektrisierte Proteste der Nationalisten gegen die britische Herrschaft", so erklärt die Londoner Tageszeitung, "steigern die Beliebtheit der Provisional IRA in der Provinz ganz erheblich".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.