"Die Wähler wollen Wahrheit." Für die Presse liegt die Lehre aus den letzten Wahlergebnissen aus Tschechien, Holland, Großbritannien und Deutschland hier. Durch den Schock der Griechenlandkrise wendeten die Wähler sich nun Regierungen zu, die Sparprogramme versprechen. Auf diese These eins, folgen vier weitere zum Wandel der Politik in Europa: Die Linke habe nicht die intellektuelle Kraft, Profit aus der Krise des Kapitalismus zu schlagen und verliere eine Wahl nach der andern, außer in Griechenland, was "Giorgos Papandreou seither vermutlich schon öfter bereute". Weiterhin: Wahlen seien Abwahlen, der Amtsbonus habe sich in einen Malus verwandelt. Das klassische Zweitparteiensystem erlebe sein Ende, die Zukunft liege in der multipolaren Parteienwelt. Resultat: Die Strömung, die den größten Nutzen aus den Punkten eins bis vier ziehe, seien die Liberalen, bemerkt Die Presse. Denn ihnen gelinge es am besten, die Leere zu füllen, abseits von Bevölkerungsgruppen, die für Populismus anfällig sind.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.