"Die VVD [rechtsliberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie] gewinnt die Wahlen, Balkenende verlässt die Politik": so fasst De Volkskrant das Ergebnis der Parlamentswahlen vom 9. Juni zusammen. Die Rechtsliberalen um Mark Rutte haben nämlich einen Platz mehr als die Sozialdemokraten PvdA von Job Cohen erhalten, während die Christdemokraten (CDA) des bisherigen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende praktisch die Hälfte ihrer Sitze abgeben mussten. Infolgedessen, schreibt die Zeitung Trouw, ist sein Rücktritt nach acht Jahren an der Macht "aus persönlicher Sicht tragisch, aber dennoch unausweichlich". Das zweite hervorstechende Ergebnis der Wahlen ist der Durchbruch der populistischen Partei des Islam-Gegners Geert Wilders (PVV), die ihre Sitze quasi verdreifacht und die CDA überholt hat: "Anscheinend haben sich viele Wähler, die in den Umfragen für die VVD stimmen wollten, in der Wahlkabine umentschieden. Als größter Sieger muss die PVV von den etablierten Parteien ernst genommen werden. Vor allem, weil Wilders sich an der Regierung beteiligen möchte", erklärt De Volkskrant. Die Zeitung glaubt allerdings, dass sein Streben enttäuscht werden könnte, denn eine "lila" Koalition von VVD, PvdA, den Grünen von GroenLinks und den Linksliberalen D66 "scheint am wahrscheinlichsten".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.