Mehr als zwanzig Jahre haben die Rumänen auf das Säuberungsgesetz gewartet, und dann hat es nur ein paar Wochen überlebt. Der erst am 19. Mai verabschiedete Text, der Ex-KP-Funktionären zeitweilig den Zugang auf öffentliche Ämter verwehren sollte, wurde am 7. Juni für verfassungswidrig erklärt. "Die Begründung", erklärt die Bukarester Tageszeitung Gândul "lautet, dass die Verfassung Kollektivurteile verbietet." 90 Senatoren und Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei – darunter deren Ehrenvorsitzender und Ex-Staatspräsident Ion Iliescu, gegen den das Gesetz insbesondere gerichtet war – hatten vor dem Verfassungsgericht geklagt. Iliescu hatte verlauten lassen, das Gesetz sei "ein stalinistischer und anachronistischer Blödsinn, gemäß dem Sprichwort 'Das Land brennt, und Oma frisiert sich'." Seit mehreren Wochen wird in Rumänien immer wieder gestreikt, um gegen die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung zu protestieren.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.