Folgende Devise scheint Europa regelrecht zu verfolgen: Der Euro steckt in seiner bisher schwersten Krise. Die Wochenbeilage Magazyn der Warschauer Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna hat sich dafür entschieden, eine Reihe von Zukunftsszenarien für die Währung zu entwerfen, die vielleicht nicht einmal ihren nächsten Geburtstag erleben wird. Eine Möglichkeit sei die Rückkehr zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den Landeswährungen. Nicht weniger radikal ist die Lösung des Ausschlusses Griechenlands oder eine Umgestaltung der Eurozone; die südlichen Mitglieder würden abgestoßen und eine extrem stabile Integrationszone aus den nördlichen Staaten geschaffen. Ein positiver Entwurf sieht vor, sich die Krise nutzbar zu machen, um die Integration voranzutreiben und einen europäischen Superstaat zu schaffen. Doch würde dieser Weg bedeuten, dass "man die zentralistische Regierungsweise Frankreichs auf europäischem Niveau anwendet" und sieht daher ganz besonders kurvenreich und holprig aus. Denn Deutschland und die Niederlande würden diese Idee nicht gerade mit offenen Armen begrüßen; ganz zu schweigen vom euroskeptischen Großbritannien. Andernorts "setzt Moskau auf Liebe", titelt Dziennik Gazeta Prawna und spielt auf den Besuch des russischen Justizministers Alexander Konowalow in Warschau an. Sein dortiges Ziel war es, Vereinbarungen zur Wirtschaftszusammenarbeit zwischen Polen und Russland unter Dach und Fach zu bringen und damit ein Zeichen für die dauerhafte Annäherung beider Nationen zu setzen.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.