In seinem Leitartikel schreibt The Independent über einen britischen "Schuldenberg von 893,4 Milliarden Pfund" (1.044 Milliarden Euro) und liefert dazu eine Aufmerksamkeit heischende "Schuldenberg-Grafik", die vermitteln soll, welche Höhen Großbritannien bis zu seiner wirtschaftlichen Erholung tatsächlich noch erklimmen muss. Und dies an dem Tag, an welchem die Queen ihre Rede anlässlich der Eröffnung des neuen Parlaments hält. Dabei sollen 6,2 Milliarden Pfund (7,2 Milliarden Euro) an "drastischen Kürzungen" angekündigt werden, vorwiegend in den Bereichen Beamtenlöhne und Sozialleistungen. Die Londoner Tageszeitung zeigt sich jedoch alles andere als beeindruckt und weist darauf hin, dass derartige Sparmaßnahmen nur einen winzigen Bruchteil der gigantischen britischen Schulden abdecken. Härene Sparpläne sind jedoch europaweit an der Tagesordnung: Die italienische Regierung kündigt "radikale Maßnahmen" für das Land an, soll es kein "griechisches Risiko" eingehen. La Repubblica berichtet über Maßnahmen zur Reduzierung der Staatsschulden, welche immerhin 118 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen. Es sind Einsparungen von 24 Milliarden Euro im öffentlichen Bereich geplant, mit eingefrorenen Löhnen und beschränkten Renten. Die Römische Tageszeitung erwähnt auch, dass Ministerpräsident Silvio Berlusconi dem Thema lange Zeit aus dem Weg gegangen ist. Doch die Ankündigung des Engpasses ist der Beweis dafür, dass Italien "wirklich in einer ernsten Notlage" steht.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.