The Daily Telegraph, 24. Mai 2010

"Die Axt schlägt zu", titelt der Daily Telegraph zu Beginn des Tages, an dem Schatzkanzler George Osborne seine Sparpläne vorstellt, um das britische Defizit um sechs Milliarden Pfund (sieben Milliarden Euro) zu reduzieren. "Regierungsangestellte und andere Bürokraten werden zu den Ersten gehören, die diese Sparmaßnahmen zu spüren bekommen. Um zehn Milliarden Pfund zu sparen wird man zunächst einmal ihre Vergünstigungen wie Flug- und Bahnreisen in der Ersten Klasse streichen", berichtet die Londoner Tageszeitung. Auch plant man ein Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst, der unter Umständen zum Verlust von mehr als 3.000 Arbeitsplätzen führen könnte. Zudem hat man es auf die Quangos [quasi regierungsunabhängige Organisationen] abgesehen; diese unbeliebten vom Staat gegründeten Institutionen, die während der New Labour-Regierung nur so aus dem Boden sprossen. Für sie sind Einsparungen in Höhe von einer halben Milliarde geplant. Zudem sollen im Beratungs- und Werbungsbereich bis zu eine Milliarde Euro eingespart werden. In einem Radio-Interview warnte Osborne davor, dass weitere Ausgaben im kommenden Sommer noch schmerzhaftere Folgen haben könnten. Er bestand weiterhin darauf, dass "der Staat abspecken und die Menschen im Gegenzug dazu mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen müssen". In der Zwischenzeit erklärte Vize-Premier Nick Clegg, dass die Sparmaßnahmen für Kontroversen sorgen werden und sich die Minister auf den Zorn der Bevölkerung vorbereiten sollten. Seine Schlussfolgerung: "Die fetten Jahre sind vorbei."