"19. Mai auf dem Siegesplatz. Neben der Verzweiflung der Menschen, die ums Überleben, um Gehälter und Renten kämpfen, lag noch ein anderes Gefühl in der Luft", schreibt Gândul auf dem Titelblatt: "Verachtung." Die aus dem ganzen Land angereisten Demonstranten trugen Porträts von Nicolae Ceauşescu und werfen der Regierung vor, "ihre Pflicht nicht getan zu haben. Die Krise wurde heruntergespielt, notwendige Maßnahmen nicht ergriffen, und urplötzlich gibt man den harten Sparkurs bekannt", erklärt die Tageszeitung aus Bukarest.
"Als hätte ein Arzt einen Wundbrand nicht behandelt und kündige dann an, dass amputiert werden müsse, denn sonst würde der Patient sterben." Die Maßnahmen der Regierung, die das Blatt als "oberste Priorität" qualifiziert, sind die Bedingung, um den vom IWF gewährten Kredit zu erhalten. Die Demonstration war die größte seit der Revolution von 1989, und überschattete die Verabschiedung im Parlament eines "Säuberungsgesetzes", das es Ex-Funktionären der kommunistischen Partei verbietet, in Zukunft bestimmte öffentliche Ämter zu bekleiden.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.