Die Ankunft in Rom des libyschen Staatsoberhaupts Muammar Gaddafi, umgeben von seinen weiblichen Bodyguards und das Photo des antikolonialen Widerstandshelden Omar Al-Moukhtar an der Brust, ziert die Titel der meisten italienischen Tageszeitungen.
Es ist das erste Mal, dass der "Revolutionsführer", der keine Gelegenheit auslässt um seinen anti-italienischen Gefühlen Luft zu machen, die ehemalige Kolonialmacht besucht. Seine Visite rief Proteste unter Politikern hervor, und seine Rede im Senat wurde prompt abgesagt.
Für den Corriere della Sera ist der Gaddafi-Besuch eine historische Gelegenheit, um über gewisse historische Kontroversen zu reden, die bisher ungelöst sind: von der einstigen libyschen Unterstützung für terroristische Gruppen in Europa, über die Rolle von Tripolis bei mehreren Anschlägen, bis zur Migrationspolitik im Mittelmeerraum. Gaddafi sei ein Schlüsselpartner für Italien und Europa, und die italienische Regierung habe gut daran getan, ihm gegenüber eine pragmatisches Verhalten an den Tag zu legen, urteilt die Mailänder Zeitung. Doch während Italien sich für sein Verhalten in der Kolonialzeit (1912-1943) entschuldige, dürften die libyschen Fehlschläge der letzten Jahrzehnte nicht in Vergessenheit geraten: "Die Italiener scheinen derart versessen darauf, ihn zu ehren, dass es dringend notwendig ist die historische Erinnerung zurechtzurücken", schließt die Zeitung.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.