Während der Westen in der Schuldenkrise versinkt, wird China "mit einer pragmatischen Variante von Planwirtschaft zum Vorbild für die Weltwirtschaft", titelt das Handelsblatt. Mit seinen 12 Prozent Wirtschaftswachstum im ersten Quartal erwirtschaftet es "Überschüsse ohne Schulden aufzutürmen"; Eine Leistung, meint das Düsseldorfer Wirtschaftsblatt, die weniger dem Fleiß der dortigen Geschäftsleute geschuldet sei als dem System: zum Beispiel dem der Fünfjahrespläne, wo aus der Weltwirtschaftskrise allenfalls eine Störung wird, die es auszugleichen gilt. Oder Konjunkturprogramme zur Ankurbelung der Binnennachfrage, gestützt durch Staatsmedien, die dem Verbraucher einhämmern, er könne sich auf Staat und Wirtschaft verlassen. Oder die staatliche Begrenzung der Kreditvergabe durch Banken in Kombination mit einer Zentralbank unter parteilicher Fuchtel. "Ein […] Problem wie in Europa […], wo die Notenbanken die Märkte mit Geld fluten um eine Kreditklemme zu verhindern, doch die Banken das Geld horten, statt Kredite zu vergeben, gibt es im Reich der Mitte nicht." Hier setze man auf "Bodenständigkeit statt wilder Zockerei", schließt das Handelsblatt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.