Um den von den Siebenundzwanzig am 9. Mai verabschiedeten Stabilisierungsfonds zu komplettieren, schlägt die Kommission in Brüssel vor, die Haushaltsentwürfe der einzelnen Mitgliedsstaaten vor den Abstimmungen in den nationalen Parlamenten einzusehen. Diese Idee, schreibt Le Monde "hat Verwunderung bei den einen und Wut bei den anderen" hervorgerufen. "Eine Bevormundung, im völligen Gegensatz zu einer intelligenten Konzertierung", kommentiert die Pariser Tageszeitung in ihrem Leitartikel. "Zunächst einmal ist der europäische Kommissionspräsident denkbar schlecht platziert, um einen derartigen Vorschlag zumachen. Während der Finanzkrise 2008, der Wirtschaftskrise 2009 und der Griechenlandkrise 2010 war er wie gelähmt und kaum präsent. Barroso kommt einem vor wie ein Feuerwehrmann, der erst eingreift, wenn der Brand schon unter Kontrolle ist." Zu guter Letzt, fügt Le Monde hinzu, "und das ist das Wichtigste: Einmal mehr werden die demokratischen Defizite Europas aufgezeigt. Der von den Staatschefs, weil er sie nicht aussticht, vor ein paar Monaten im Amt bestätigte Barroso scheint aus dem Fiasko des Verfassungsvertrags von 2005, keine Lehren gezogen zu haben."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.