Zum ersten Mal marschierten NATO-Truppen der Alliierten des Zweiten Weltkrieges (Frankreich, USA und Großbritannien) über den Roten Platz in Moskau und bildeten während der Militärparade zum Gedenken des Sieges über Nazi-Deutschland 1945 gemeinsame Ehrengarden. România libera betont die Abwesenheit zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten, wie Prinz Charles oder Joe Biden. Ersterer fehlte, weil Großbritannien noch immer die Auslieferung des lautstarken Kreml-Kritikers Boris Beresowski verweigert, dem man in seinem Heimatland Veruntreuung vorwirft. Die Abwesenheit des US-Vizepräsidenten versteht sich durch seine Freude an immer warmherzigeren Beziehungen mit dem georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili.
Für die Warschauer Tageszeitung Gazeta Wyborcza, hielt der russische Präsident Dmitri Medwedew "eine sanftmütige Rede, welche die Offenheit gegenüber dem Rest der Welt betonte". Unterstrichen wurde dies durch das überraschende Erklingen der EU-Hymne "Ode an die Freude" am Ende der Parade. Auch festigte man die russisch-polnischen Beziehungen, indem Präsident Medwedew seinem polnischen Amtskollegen Bronisław Komorowski einen neuen Teil der russischen Akten zum Katyn-Massaker von 1940 übergab und gelobte, sich für die Lösung des Rehabilitierungs-Problems der polnischen Offiziere einzusetzen, die damals ermordet wurden.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.