Shell zahlt 15,5 Millionen Dollar (elf Millionen Euro), um einen Prozess in den USA abzuwenden. Der Ölkonzern war der Mittäterschaft an der Hinrichtung (1995 durch das Regime in Nigeria) von neun nigerianischen Bürgerrechtlern, darunter dem Dichter und Umweltschützer Ken Saro-Wiwa, beschuldigt. Die Hinterblieben klagten und wurden nun ausgezahlt. Für Trouw ist die Tatsache, dass die Welt die Wahrheit über die Rolle von Shell nun nie erfahren wird, das Schlimmste: "Der Prozess hätte vielleicht die Emotionen im Niger Delta aufwallen lassen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, scheint die Einigung eine für alle Beteiligten gute Lösung. Andererseits wäre ein Gerichtsverfahren eine exzellente Gelegenheit gewesen, die Machenschaften eines multinationalen Konzerns im Delta näher zu beleuchten. Die Anschuldigungen sind schwer. Mittäterschaft an einer Hinrichtung. Eine gütliche Einigung ist hier also Höchst unpassend." Trouw entrüstet sich ebenfalls darüber, dass die Affäre nicht vor ein Gericht in den Niederlanden gekommen ist, wo Shell seinen Sitz hat.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.