Drei Wochen vor den Parlamentswahlen hat Jiří Paroubek beschlossen, alle großen Zeitungen und Wochenzeitschriften des Landes zu boykottieren. Der Chef der Sozialdemokraten (ČSSD) strebt das Amt des Ministerpräsidenten an und steht in Umfragen unangefochten an der Spitze. Ihm zufolge "erzeugen die konservativen Medien zusammen mit den rechts von der Mitte angesiedelten Parteien eine Stimmung des Hasses", berichtet Lidové noviny. Die Entscheidung, mit den Medien zu "schmollen" wurde gefällt, nachdem die Nummer zwei der ČSSD, Bohuslav Sobotka, bei einem Meeting von einem Zuschauer mit der Faust ins Gesicht geschlagen wurde. Die "Medienblockade geht gegen die Grundlage einer demokratischen Gesellschaft", empört sich die Tageszeitung, während die Hospodářské noviny der Auffassung ist, dass die Tschechen "jetzt die Früchte einer Negativkampagne ernten", die der von eben jenem Paroubek bei den Parlamentswahlen 2006 gleicht.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.