Im selben Augenblick, in dem Griechenland den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bittet, um seine Schulden in den Griff zu bekommen, verlangt dieser von Rumänien – das ihn 2009 um Unterstützung gebeten hatte – zusätzliche Sparmaßnahmen. Ziel sei es, "sein Haushaltsdefizit im erträglichen Rahmen zu halten", berichtet Adevărul. "Das wird heiß!", titelt die Zeitung, für die der IWF "nicht mehr an die Versprechen der Regierung von Emil Boc glaubt und eine Erhöhung des Einheitszinssatzes um vier Prozent (auf 20 Prozent) und der Mehrwertsteuer um sechs Prozent (auf 25 Prozent) vorgeschlagen hat". Für Adevărul "müssen die Bevölkerung und die Geschäftswelt für die Inkompetenz der Regierung [deren Umbildung geplant ist] herhalten, weil diese unfähig ist, die Staatsausgaben zu reduzieren. Die ausländischen Investoren werden sich eher nach einem Land umsehen, dessen Steuerwesen freundlicher und durchschaubarer ist."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.