"Wahlneuigkeit: Labour verliert einen Wähler", titelt The Independent. Am 28. April war die 68 Jahre alte und langjährige Labour-Wählerin Gillian Duffy gerade unterwegs, um Brot zu kaufen, als sich ihre Wege mit denen des britischen Premiers Gordon Browns kreuzten, der sich vor den Wahlen am kommenden 6. Mai gerade im Wahlkampf befindet. Ihr Zusammentreffen sollte sich als grober Fehler erweisen und "gilt schon jetzt als einer der entscheidendsten Momente des Parlamentschaftswahlkampfes 2010", schreibt die Londoner Tageszeitung. Frau Duffy erklärte, dass sie "sich dafür schäme, eine Labour zu sein" und beschwerte sich über die Staatsschulden, die Steuern, die von Rentnern gezahlt werden müssen und "all diese Osteuropäer", die nach Großbritannien kommen. Nur wenige Sekunden nach Ende der Unterhaltung blaffte Brown – der vergessen hatte, das Mikrofon zu entfernen, welches an seiner Jacke befestigt war – seine Berater an: "Das war eine Katastrophe … niemals hätte ich dieser Frau begegnen dürfen … lächerlich … bigotte Frau". Allerorts lösten seine Bemerkungen, die mit rasanter Geschwindigkeit auf nationalen und internationalen Webseiten, sowie Netzwerken im Internet kursierten, Empörung aus. In seinem Leitartikel räumt der Independent ein, dass dieser Fehltritt sich "negativ auf die Wahlen" auswirken könnte, zumal er die "weitverbreitete Sichtweise bekräftigt, nach der Politiker diejenigen mit Verachtung behandeln, um deren Wahlstimmen sie immer mal wieder werben müssen."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.