"Ändert alles!" Die französische Libération fordert die europäische Linke auf, sich zu erneuern. Nachdem eine vor allem in der Wirtschaftskrise nach links offene Rechte ihnen die Argumente geraubt hat, haben die Sozialdemokraten kein originelles Programm mehr, und auch keine Gesellschaftsidee, analysiert die linksliberale Zeitung. Sie hätten einen Teil ihrer Basis-Wählerschaft zu europafeindlichen Parteien abwandern lassen, wie Ukip in Großbritannien oder die Liga Nord in Italien. Die "Bobos" (für bourgeois-bohème; junge hippe Intellektuelle) haben sie an die Grünen verloren. Für Libération wird die Erneuerung aus der Konfrontation der verschiedenen Strömungen des linken politischen Spektrums wachsen – Reformisten, Radikale, Republikaner und Naturschützern. Dann könne man die Bezeichnung "sozialistisch" auch gleich streichen.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.