Die politische Krise in Belgien lässt die Diplomaten in Brüssel kalt. Zudem wird das Land am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft noch übernehmen, schreibt Le Soir. Die belgische Krise erfolgt „für Europa zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt“, meint hingegen das französische Wirtschaftsblatt La Tribune. Die Zeitung unterstreicht, dass „die belgische Ratspräsidentschaft vor allem in der Haushaltsdebatte, in der Organisation des Europäischen Auswärtigen Dienstes oder in der Regulierung der Finanzmärkte erwartet wurde.“ Es gäbe aber keinen Grund zur Sorge, glaubt man Le Soir: „In Wirklichkeit funktioniert die EU-Maschinerie so, dass auch eine misslungene Ratspräsidentschaft ihr nichts anhaben kann. Beweis: die Tschechische Republik. Die große politische Krise des Landes im Jahr 2009 hinderte Prag nicht daran, die EU-Ratspräsidentschaft zwar glanzlos, aber bis zum Ende durchzustehen.“ Die Tageszeitung aus Brüssel schließt ab: „Und heute hat die EU einen ständigen Ratspräsidenten ( Herman Van Rompuy) und eine Hohe Vertreterin (Catherine Ashton). Die wechselnde Ratspräsidentschaft besitzt also nicht mehr so viel Bedeutung wie früher.“
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.