Nachdem der Chef der Liberaldemokraten Nick Clegg auf der Titelseite des Guardian am 20. April als "britischer Obama" gefeiert wurde, zeichnet der Independent in seinem heutigen Leitartikel ein Obama-eskes Porträt von Gordon Brown. Der aus dem Amt scheidende Premier, dessen Labour-Partei laut Umfragen bei den für den 6. Mai angesetzten Wahlen schlechter abschneiden wird als die Konservativen (Tories) und die Liberaldemokraten, rief in einem Interview mit dem Londoner Blatt zu einem "fortschrittlichen Bündnis der Anhänger Labours und der Liberaldemokraten" auf. Sie sollen "ihre Kräfte vereinen, um die Konservativen an einer Machtübernahme zu hindern". Mit seinem Appell versucht Brown die Labour-Partei vor der zerstörerischen Kraft der "Cleggmania" zu bewahren. Seitdem der Liberaldemokrat die erste Fernsehdebatte zwischen den drei Parteichefs gewonnen hat, stünden die Wahlen in neuem Licht. Das eigenbrötlerische britische Mehrheitswahlsystem könnte allerdings dafür sorgen, dass die Labour-Partei, auch wenn die Stimmen des Volkes sie auf den dritten Platz katapultieren, dennoch die meisten Sitze im Parlament erhält. Dann müsste sie zur Regierungsbildung auf die Clegg'schen Liberaldemokraten zurückgreifen.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.