"Die Zeit der Trauer ist vorbei. Was nun?" So titelt die Rzeczpospolita einen Tag nach dem Begräbnis von Präsident Lech Kaczyński und seiner Ehefrau in der Wawelkathedrale. Wie wird dieses Ereignis die politische Landschaft Polens verändern? "Weder das große Leid, noch der Schmerz und die Solidarität werden die Menschen in Engel verwandeln", urteilt sie in ihrem Leitartikel. Zudem schreibt sie, dass es für die polnischen Oppositionsparteien nun entscheidend sei, sich neu zu formieren und vor den Präsidentschaftswahlen am 20. Juni "vor allem Kandidaten zu finden". Das gilt nicht nur für Kaczyńskis Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sondern auch für den Bund der Demokratischen Linken (SLD), dessen Anführer Jerzy Szmajdziński beim Absturz in Smolensk auch ums Leben kam. Andernfalls würde das demokratische Gleichgewicht des Landes dauerhaft erschüttert bleiben, schreibt das Warschauer Blatt. "Ja, die Trauerzeit ist vorüber. Jedoch bleiben die Erfahrung dieser vergangenen neun Tage, sowie die Hinterlassenschaften derer, die starben, nun zurück und müssen von denen, die leben, in die Hand genommen werden."
POLEN
Zeit des Neuaufbaus
19. April 2010
Presseurop
Rzeczpospolita Rzeczpospolita vom 19. April 2010
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.