20 Jahre nach der Wiedervereinigung steht fest: Ossis sind kein Volksstamm. Die Frage stand vor dem Arbeitsgericht Stuttgart. Ein Unternehmen der Stadt hatte die Bewerbung einer Ostberlinerin abgewiesen. Jedoch hatte diese pikanterweise Zugang zu dem unternehmensinternen Vermerk "(-) Ossi" bekommen. Die Frau hatte auf Diskriminierung geklagt und wollte verhandeln, ob "Ossi" nicht eine ethnische Herkunft sei und ihre Causa somit unter das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz falle. Man "muss dem Gericht beipflichten", kommentiert die Süddeutsche Zeitung. "Bei aller Sympathie für […] ihre Tradition des Plattenbaus, für die sächsische Grundierung ihrer weiland Staatssprache, für die Kultur der beigefarbenen Allwetteranoraks" sind die "Ossis" kein Volksstamm. Dennoch merkt das Münchner Blatt an, dass betreffendes Unternehmen das Grundgesetz und sein Diskriminierungsverbot eines Menschen "wegen seiner Heimat und Herkunft" verletzt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.